Dienstag, 9. März 2010

Ich am Rednerpult!

Hallo Leser!

Direkt zum Anfang dieser Rede muss ich harte Fakten aus meinem Leben verkünden:

Ich bin Schüler!

Tja. Soviel dazu. Was das alles soll?
Schüler haben es heutzutage unglaublich schwer, es ist gefährlicher als das Dasein eines Wurms im Vogelnest!
Den Grund kann man in jeder halbwegs guten Zeitung lesen: Missbrauchsfälle an allen möglichen Schulen. Erst die Odenwaldschule, dann andere katholische Einrichtungen und Schulen. Sogar Klöster sind betroffen!
Und wisst ihr, was das Beste ist? Es soll so gut strukturiert gewesen sein, dass man sogar Dienste eingeteilt hat. Etwa den "Befriedigungsdienst". Genial, nicht? Natürlich wusste davon dann keiner, man hatte Angst. Verständlich irgendwo.
Interessant fand ich auch die Aussage eines Opfers. Er sagte, dass er nur Freundschaft und Geborgenheit bei dem Lehrer finden wollte - was dieser ihm ja auch großzügig anbot. Und dann hat er das ausgenutzt.
Autoritätspersonen, Pädagogen - und inzwischen sogar Psychologen! - missbrauchen Kinder. Bleibt die Frage warum.
Dazu schauen wir uns doch einmal einen ganz speziellen Fall an. Und zwar den vom Kloster Ettal.
Warum das? Nun ja, ein Kloster galt für mich bisher immer als Ort der Ruhe und Einkehrung. Einkehrung stimmte ja sogar...
Kinderpornographie. Schläge. Sadismus. Vergewaltigungen. "Schankdienst" wahrscheinlich auch noch. Was kommt denn noch? Ergötzt man sich irgendwann an Kleinkindern? Neugeborenen? Himmel, wohin führt diese Gesellschaft denn?
Ins nirgendwo. Wenn wir so weitermachen, rotten wir uns irgendwann gegenseitig aus, die paar hundert Menschen, die überleben, erschaffen dann eine neue Welt. Willkommen im Mittelalter.
Aber ich schweife ab. Warum macht man so etwas? Verzweiflung, geistige Störungen, Verwirrung? Man weiß es wohl nicht, und ich bin nur Schüler, also muss ich es auch nicht wissen. Fakt ist, dass nicht der Grund zählt, sondern die Tat an sich. Das zeigt uns das Kloster, denn immerhin heißt es, dass Mönche vernünftig seien, und vor allem besonnen. Oder nicht?

Was denkt man jetzt, wenn man Schlagzeilen liest wie "Bis zu 100 Opfer an Odenwaldschule" oder "Rechte von Missbrauchsopfern sollen gestärkt werden?
Ganz einfach: Wie tief sind wir gesunken? Man machte schon vor einigen Jahren publik, dass es Missbrauchsfälle gibt, aber die werden abgesegnet. Warum auch immer. Die deutsche Bürokratie eben, da geht eine Menge unter, ich hab auch ewig auf die Prüfungszulassung für den Führerschein gewartet. Volle drei Monate. Und das ist ein wesentlich unwichtigeres Thema!
Also komme ich zum erschütternden Fazit:
Schüler der deutschen Schulen haben Angst, an Klostern sieht das nicht anders aus. Missbrauch hier, Missbrauch da, irgendwann wird’s wunderbar - oder wie soll das weitergehen? Natürlich übertreibe ich jetzt, soweit wird es natürlich nicht kommen, mit so wunderbaren Theoretikern, die wir in unserem Land haben. Denn die haben die Lösung! Ich zitiere: "Wir müssen die Kinder schützen."
Toll, nicht? Und da sind die ganz allein drauf gekommen! Ja, man muss sie lieb haben, unsere Führungskräfte.

Was lernen wir also? Schulen sind gefährlich. Schickt eure Kinder am besten einfach nicht mehr dahin. Die freuen sich auch. Bestimmt.
Und in ein paar Jahrzehnten setzt dann die Volksverdummung ein, der Absolutismus kehrt zurück, dich gefolgt von der Französischen Revolution 1.2. Diesmal in Deutschland.

Tja, man muss was tun hier. Soviel steht schonmal fest.
In diesem Sinne,
euer Levin

Kommentare:

  1. Levin,
    pinne das ja an deiner Schule an die Wand!
    Oder an der Uni, egal. Mir gefällt dein gesetztes Zeichen sehr!!!
    Denken mit Weitblick nenne ich so etwas. Und ich freue mich, dass dies genau von einem jungen Menschen kommt, der noch **Arsch in der Hose** hat wie man so schön sagt...

    herzlich, Rachel

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  2. Hey Rachel!

    Nein, das dorthin zu pinnen hätte keinen Sinn... Es würde erst keiner lesen, wenn man es denn findet. :-D
    Naja, eigentlich wollte ich auch nur meine Meinung kundtun, was wohl eigentlich auch mal nötig ist. Aber nichtmit Demos oder sonstigen Aktiönchen wie Streiks, sondern mal so richtig. Einfach mal in den Bundestag gehen und da sich ans Pult stellen. Oder wenigstens ein Megaphon mitnehmen.

    Freut mich, wenn man meine Meinung teilt, gerade bei solchen Themen. :-)

    Liebe Grüße,
    Levin

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