Donnerstag, 30. Dezember 2010

Fluss des Lebens

Trocken
liegt ein Flussbett
im Trauertal.


Wartend
auf Erlösung.

Bettelnd
für Trost.

Schreiend
nach Liebe.


Sie kommt,
die Flut,
wir treiben

mit.
hinfort.



- Berfin gewidmet, einer Freundin, wie man sie sich nur wünschen kann... -




Ein für mich sehr, sehr besonderes Gedicht. Dazu angeregt und inspiriert wurde ich durch Berfin. :-)

Darin enthalten sind auch die guten Vorsätze für mein neues Jahr...
Einfach mal Treiben lassen. ;-)


Also auch euch allen:

Einen guten Rutsch und ein Frohes Neues Jahr! :-)

Dienstag, 28. Dezember 2010

Betrayal

There are
windwaves whistling,
trying to tell me
what you see in your own mirror.

You have an enemy
you see him every day
deep inside your eyes.

Take a breath
and help him to live
another day of pleasure
- lulling me to sleep.





Freie Übersetzung:



Betrug

Da sind
flüsternde Windwellen,
versuchen mir zu sagen,
was du in deinem Spiegel siehst.

Du hast einen Feind.
Du siehst ihn jeden Tag.
Tief in deinen Augen.

Hol tief Luft
und hilf ihm zu leben,
den nächsten Tag der Genugtuung
- mich einlullend zum Schlaf.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Weihnachten...

Warum nur erinnert es mich kaum mehr an die besinnliche, ruhige Zeit voller Schnee, Freude und Spaß?
Okay, da sind die Klausuren, die wir noch bis zum letzten Schultag schreiben mussten, die Zeit, die wir mit sinnfreiem Lernen verbringen, die Geschenke, die man kauft, um kleine Freuden zu überbringen…
Wobei ich dann auch schon beim Thema wäre.
Geschenkkauf.
Ich war gestern (Sagt nichts! Ich habe wirklich lange überlegt, es war KEIN Spontankauf!) auf dem hier ansässigen Weihnachtsmarkt an einem Stand, weil diese mir wichtige Person diese Sachen ja so toll fand.
Geschmackssache, wie ich sagen muss, aber egal, man kauft ja mit reinem Herzen.
Jedenfalls hab ich die dann auch einfach geordert, ohne mich am Stand großartig umzusehen, was die Verkäuferin schon leicht aus der Fassung brachte. Anstandslos verkaufte sie mir die gewünschten Waren, ich drehte mich zufrieden um, ging etwa zehn Schritte weit, bis ich von hinten ganz, wirklich ganz dezent die Stimme der Verkäuferin vernahm.

„HAAAALT!!!“

Erstaunlich. Diese Frau hat ihren Beruf verfehlt, sie hätte Polizistin werden sollen, oder noch besser, Marktschreierin! Bei der Tonlage würde niemand einfach vor den Angeboten davonrennen. Und tatsächlich blieb auch prompt jeder (!!) im Umkreis von etwa zehn Metern stehen.
Und dabei wirkte sie so schüchtern und still...

Mit leichtem Schock und einem sachten Fiepen im Ohr drehte ich mich dann um, ging zurück. Entsetzte Augenpaare starrten mich an, bemitleideten mich oder machten mich für diesen Lärm verantwortlich.
Als ich dann da ankam, meinte die gute Frau dann wörtlich: „Entschuldigen Sie, aber das kostete zehn Euro, nicht neun. Wenn ich also bitte den Euro wiederhaben könnte…“ So leise wie sie dann sprach, fiel es mir schwer das Gesagte überhaupt zu verstehen, zumal das Fiepen mich nicht losließ.
Aber mit einem freundlichen Lächeln tat ich anstandslos wie geheißen, drehte mich mit einem gemurmelten „Frohe Feiertage!“ um und verdrehte die Augen.
Und nicht wenigen wurde durch diese Aktion der Tag versüßt.

Nein, ruhig und besinnlich war das nicht…
Aber lustig.


In diesem Sinne:
Genießt das Fest! Es soll ein fröhliches werden! ;-)

FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN!!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Lebe mich!

Lufthauch

Herzerweichend,
sanft mahnend.

Windhauch

Streichelnd,
leises Rückenschaudern,
prickelnde Haut.

Worthauch

Nie soll ich gehen,
um zu tun
was sie nicht lassen kann.

Kusshauch

Verschwunden…

Sonntag, 12. Dezember 2010

Weihnachtsstimmung!

Obwohl ich dieses Jahr so gar nicht in passender Stimmung bin, hier Schnappschüsse aus gelungener Weihnachtsdeko! ;-) Dieser Blog soll weihnachtlicher werden! Ein bisschen...!


Samstag, 4. Dezember 2010

Update! Noch mehr Neues!

Hallihallo!

Die Seite mit den Projekten wurde geupdatet! Neu sind: Projekt 5 und 6, dazu ein bisschen neues zu Projekt 4.
Das ganze wurde aber auch optisch stilsicher fett gekennzeichnet. :-D

Ach ja: Neuer Rekord im November, was die Seitenaufrufe angeht! Vielen, vielen Dank! Auch, wenns nicht nach der Menge klingt, aber 69 Besucher und 209(!) Seitenaufrufe in einem Monat sind für mich wirklich viel! Vor allem, wenn ich in dm Blog vielleicht 4 Tage im Monat was poste... Dankeschön!
Und dan natürlich noch einen ganz, ganz herzlichen Dank an meine 22 öffentlichen regelmäßigen Leser und alle anderen, die vielleicht öfter mal vorbeischauen! Wegen euch mach ich das hier!

So. Selbsternanntes Ziel für Dezember: 80 Besucher! Und wie macht man das? Richtig - mit einer Ausweitung des Angebots, damit man auch schön viele ansprechen kann. Aber eben nicht muss.
Also gibts hier jetzt Projekt 5 - Fotografie!
Zwei Bilder zum Anfgang, die hat noch keiner zu Gesicht bekommen, außer mir, hehe. Gemacht wurden sie irgendwo in Neuseeland.


Dienstag, 30. November 2010

Die Gesellschaft der Zukunft

Fortschrittverliebt
leben wir in den Tag.

Naturtötend,
Zukunftshoffnungsverloren
gehen wir aus ihm heraus...

Sonntag, 28. November 2010

Alles neu?

Naja, nicht ganz, aber so einiges hat sich geändert...
Zum Beispiel ist dieses nervige "Über mich"-Fenster weg. Das war echt überall... Naja, wer mehr über mich wissen will, soll die Texte lesen, daraus kann man sich viel erschließen, denke ich...
Außerdem - jetzt kommt das Highlight! - gib es da jetzt so eine merkwürdige Leiste, auf der vier Punkte angegeben sind... Klickt doch einfach mal drauf! ;-)
Da werdet ihr geholfen!

Das ist einer meiner Versuche, hier noch mehr Struktur reinzubringen - auch, wenn es die Posts zwangsläufig immernoch nur auf der Startseite gibt. Auf den ersten Blick eben.
Was es sonst noch so gibt, editiere ich dann da in diese Seiten, damit ich euch in Zukunft nicht immer auf diese Weise damit nerven muss.
Wenn es mir wichtig ist, mach ich das allerdings trotzdem.

Das alles läuft jetzt erstmal in der Testphase, wenn es nicht wirklich hilfreich ist, schaff ich das wieder ab...
Ein weiteres Langzeit-Experiment also!

Ach ja: Demnächst gibt's dann auch wieder literarisch mehr oder weniger wertvolle Texte! :-D

Sonntag, 7. November 2010

Defekt

Herzensgarantie,
aber Umtausch ausgeschlossen.

Ausgabe ohne Gewähr,
und Reklamation
unmöglich.

Denn wer hat schon
die Servicehotlinenummer
von Gott?

Donnerstag, 4. November 2010

Dramatik?!

Hier ist mal wieder was Neues! Nach einer Idee von einer tollen Freundin vorm C&A, als wir mal wieder völlig rumalberten.
Inspiriert durch Otto Waalkes - also dem Komödianten - wie uns später aufgefallen ist. Aber ja, so sind wir. Erfrischend anders, wie ich hoffe!
Viel Spaß beim Lesen!




Darsteller: Hirn, Arsch, rechtes Knie (Knie), rechter Fuß (RF), linker Fuß (LF), Ohren, Darm in Gastrolle

Situation:
Rechtes Bein ist eingeschlafen, kribbelt so kacke und gehorcht nicht mehr wirklich.


Hirn: Erde an Knie, Erde an Knie, bitte melden!
Knie schweigt.
Hirn: Arsch.
Arsch: Ja, bitte?
Hirn: Ach, dich meinte ich nicht. Das Knie ist ein Arsch!
Arsch: Ah, okay. Na denn, ich nehm dann mal Urlaub.
Hirn: Was?! Bist du bescheuert?
Arsch singt: Heeeeee, ab in den Süüüden, der Sonne hinterher…
Hirn: Na geil. Echt super. Verdammt, Bein, beweg dich!!
Rechtes Bein reagiert nicht, linkes aber.
LF: Treffer.
Hirn: Äääh, was?
LF: Fuß versenkt.
Hirn: Aha, in was?
LF kichert: Frag die Augen…
Hirn: Augen! Sagt mir was, was ich nicht seh!
Augen: Willst du nicht wissen.
Hirn: Wetten doch?
Augen: Okaaay. Fuß in Weichteile von Muskelpaket versenkt. Reaktion erforderlich.
Hirn: Beine, Flucht einleiten!
LF: No connection to right-legged partner.
Hirn: Was? Egal, ich ruf das Knie einfach mal an.
Freizeichen.
Knie vibriert.
Hirn: Geh rann, du Arsch!
Arsch: Bei mir klingelt nichts…
Hirn: Seit wann lauschst du?
Arsch: Seit dein Arsch Ohren hat.
Ohren: Das haben wir gehört!
Hirn: Schnauze!
Mund: Nenn mich nicht so!
Hirn: Ach, sei still!
Mund: Halt du doch die Fresse!
Ohren: Hee, Mund, das hast du grade laut gesagt.
Augen: Ey, Jungs! Da holt was zum Schlag aus, mein Bruder sieht da was kommen…
Hirn: Augen zu und durch…
Augen jammern vor Schmerz.
Hirn: Beine, Flucht einleiten! Schnell!
Knie: Kein Anschluss unter dieser Nummer.

Keine zehn Minuten der Pein später…

Darm: Ich plaaatzeeeee! Da kommt was, Jungs!
Arsch: Bitte Umleitung über das Knie nehmen! Hier ist heute gesperrt.
Darm: Öööhm…
Hirn: Kacke.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Halloween

Aaaaaaaah!

So tönt’s durch Haus,
erschreckt auch noch die kleinste Maus,
doch die ist nicht gefragt.

Was scheint so still,
was man so will,
es wird…

Aaaaaaaaah!


Die Uhr schlägt Zeit,
sie sind befreit,
der Tanz beginnt,
der Tag verrinnt.

Muhahahahahaaaa!

Freitag, 22. Oktober 2010

Melodie eines Lebens

Sachte Bewegungen
erzeugen zarten Klang.
Doch beim zeitlosen Zuhören
wird eine Symphonie geboren.

Langsam drehen wir uns im Takt,
ich mich viel mehr um dich,
doch im Lebenswalzer
darf man das auch ändern.

Doch auch ein Meisterwerk
findet sein Ende durch Zufallshand.
Und so ruhen auch wir,
erschöpft vom Tanzen.

Sonntag, 19. September 2010

Pojekt "Inspiration" - Text 1



Ruinenleben


Lebenswasserrauschen dringt ans Ohr,
spendet dort noch Hoffnung
wo ein Volk sie einst verlor;
Gegenwart in eine Richtung

nicht zurück, nein, nur noch vor,
folgen wir dem eignen Willen hinters Licht!
Wo wir dann am Ende steh’n im Chor,
lautlos, singen nicht

über unsre schöne heile Welt!
Morsch, gebrochen ist’s Podest,
ist es das, was uns gefällt?

brechen mir Ruinen unsrer Zeit
letztlich weg nur für Kaltherzigkeit?
Bleibt uns ein verfallner Rest?


------------------------------

Ausgehend vom Projekt "Inspiration"
Bild von Juliane, aus ihrem wundervollen, leicht sarkastischem Blog MisanthropinWiderWillen.
Wirklich lesenswert!
Meinen Dank für das Photo, wirklich schön, idyllisch, mir drängte sich aber dieser Gedanke auf... Wenn du willst, Juliane, verwende ich dieses Bild noch einmal als Vorlage für ein weitaus idyllischeres Gedicht.
Allgemein zum Text: Es ist mein erste mit Metrum und Reimschema... Und der Versuch eines Sonetts. Ich hoffe, es gefällt.

Sonntag, 12. September 2010

Projekt "Inspiration"

Huhu Leser!

Haben sich ja immerhin schon 16 hier eingeschrieben als regelmäßige Leser! Und ihr seid auch gemeint!
Denn: Hier stelle ich mein Projekt "Inspiration" vor. Dies sieht vor, dass ihr auch mal mitmacht...

Sicher habt ihr doch ein Bild, das euch nicht mehr aus dem Kopf geht, das euch bewegt hat oder euch gerade im Moment besonders gut gefällt.
Um es kurz zu fassen: Ich will's sehen!
Und wenn ihr dann noch so wollt, widme ich diesem Bild noch ein Gedicht oder Prosatext, frisch geschrieben mit meiner nicht vorhandenen Feder!
Die Bilder können in einem Kommentar verlinkt werden, wenn es ein sebstgemachtes ist, kurz hochladen und dann verlinken.

Nur mal so als Vorschlag. Und wenn ihr es so wollt, kommt hier demnächst mal wieder etwas Leben rein...



Und noch eine kleine Änderung: Dank Spamfilter hab ich mich dazu entschlossen, auch anonyme Kommentare zuzulassen. Also können auch unangemeldete Leser kommentieren! Sofern sie denn wollen. ;-)

Das war's dann auch schon wieder.
Liebe Grüße an euch!

Dienstag, 31. August 2010

Screamin'

Blickhuschen

durch die Schatten,

nichtmal rein in die.


Oberflächlich ist der Rest,

unterflächlich nur noch du.


Und immer immer wieder

schreist schreiend mir ins Gesicht:


BE FOCUSED!
And try to do what you never did before!

Montag, 5. Juli 2010

Mal wieder was Neues...

Hallo zusammen!

Änderungen halten hier Einzug, ich hab das Layout verändert, dies ist nun kein Blog mehr nur für Lyrik - dieser Blog ist für alles das, was mir in den Sinn kommt und sich gut lesen oder anschauen lässt. Also auch für Epik und so weiter...
Ich hoffe mal, dieses ganze Grün hier gefällt, zu mir passt es auf jeden Fall, und ich denke, dem Blog kann es auch nicht schaden.

Soviel dazu.

Weiterhin bin ich gerade aus Paris wiedergekommen, der berühmten Stadt der Liebe.
Für mich allerdings auch der Stadt des penetranten Geruchs, der unglaublich aufdringlichen Menschen und der schattenlosen Plätze - wie ich bei 37 Grad feststellen musste...
Naja, es war trotzdem schön da, vielleicht ein wenig stressig, aber schön. Und die Metro ist immernoch wie im Film.

Und um das ganze noch zu krönen, hab ich sogar endlich mal wieder was kleines geschrieben. Es wird nichts besonderes sein, aber vielleicht gefällt es ja trotzdem...

--------


Da war ich noch nie...


Metrorauschen unterirdisch,
Schrittstampfen auf dem Boden.

Hektisch ruhig
und lautleise
hüpfen Stimmen umher.

Große Augen am Metallturm,
Notre Dame und dann die Seine...

Je n'y suis jamais allé
... aber da will ich mal hin.


Montag, 7. Juni 2010

Duett

Zwei Täkte im Einklang,
du bist die Grundlage
meiner Interpretation
- und umgekehrt.

Melodien in Ergänzung
und keine Chance
unserem Tanz zu entkommen.

Deine, meine Tiefpunkte
sind auch nur weitere Noten
- und noch
ist das Lied nicht gesungen.

Montag, 3. Mai 2010

Des Rotkehlchens Stimme

Sonnenschein dringt durch das Fenster in mein Zimmer, durchflutet es mit Licht. Es bricht sich an allem nur Erdenkbaren, macht Schatten deutlich und lässt vieles Erstrahlen. So auch meine Stimmung. Wie lange ist es her, seit die Sonne durch dieses kleine, alte, glaslose Fenster schien? Mir kam es vor wie Ewigkeiten. Und nicht nur deshalb nahm ich mir ein wenig Zeit, um nach draußen zu schauen.
Mein Vorgarten zeigte sich in ungewohnter Nässe, der Boden war vollkommen durchweicht und die sonst so kraftvollen Veilchen ließen ihre Köpfe hängen. Hatten sie etwa schon aufgegeben, dachte ich schmunzelnd.
Doch ich ließ meinen Blick weiterschweifen, sah den alten, fast schon morschen Zaun. Ich hatte ihn nie angestrichen, doch die Zeit ließ ihn langsam grau werden. Jetzt jedoch hatte er sich mit Wasser voll gesogen, was seine Farbe beträchtlich verdunkelte. Die Pfosten waren spitz zugeschnitten und in halbwegs gleichmäßigem Abstand aufgestellt. Die Balken, die zwischen den Pfosten hingen, sollten eigentlich einmal waagerecht angebracht worden sein, jedoch hat auch hier das Augenmaß versagt. Mein Augenmaß, denn für Handwerker hatte ich bei weitem kein Geld.
Dennoch liebte ich diesen Zaun. Er stand schon so lange da, dass er einfach mit zu diesem Haus, meiner Heimat, meiner Welt gehörte. Ich wollte keinen anderen, selbst, wenn ich mir einen hätte leisten können.
Auf der Straße, die direkt vor meinem Haus verlief, konnte ich einige Menschen erkennen, sie schlenderten hier entlang, lachten, waren fröhlich. Die Sonne schien, endlich wieder!
Ich seufzte, riss meinen Blick gewaltsam von der Szenerie los, ohne auch nur auf die Schönheit genauer eingegangen zu sein, denn ich musste weitermachen mit dem, was ich angefangen habe. Es war ja auch eigentlich wichtig, das änderte aber nichts daran, dass ich es nicht tun wollte. Warum auch, es war doch bisher auch alles viel zu schön für mich.
Trotz allem hatte ich eine Frist einzuhalten, nachdem ich die erste schon nicht eingehalten hatte. Die erste Frist war die Miete gewesen. Es gab einen neuen Grundherrn in dieser Gegend, und dieser hatte die Preise noch einmal gewaltig in die Höhe gerissen. Ich konnte das selbstverständlich nicht bezahlen, aber was sollte man machen, als alter armer Musiker und Dichter? Es gab zwar nicht allzu viele, aber die Adligen hatten andere gefunden als mich, meine Zeit war längst schon gegangen. Und Almosen gab niemand.
Einige Zeit lang saß ich in brütendem Schweigen einfach da, dachte über das nach, was ich wohl am besten schreiben könnte. Erst als ich merkte, wie sich ein Rotkehlchen auf den Fenstersims setzte und einen fröhlichen Laut von sich gab, unterbrach ich meine Grübeleien. Ein Lächeln umspielte meine Lippen, der Vogel verabschiedete sich noch einmal schnell, flog dann davon. In Gedanken dankte ich ihm, denn er zeigte mir den Weg.
Einen letzten Blick warf ich aus dem Fenster, sah die Sonne hinter einer Wolke verschwinden. Orangerote Strahlen erhellten mein Zimmer, tauchten das Land in wilde Schönheit, überzogen es scheinbar mit wärmendem, freundlichem Feuer. Nebelschwaden stiegen noch immer vom Boden auf, verschleierten die Ferne, ließen nur Vermutungen und Andeutungen zu.
Noch immer lächelnd nahm ich also meine Feder, tunkte sie noch einmal in die Tinte, obwohl noch reichlich daran vorhanden war. Das alte Stück Papier – welches unerhört teuer geworden war – zerknüllte ich und warf es achtlos auf den Boden. Dann erst fing ich an, auf einem neuen Blatt Papier zu schreiben.

Sehr geehrter Graf Wellington,
ich muss ihnen leider mitteilen, dass ich meine Schulden nicht bezahlen werde.

Hochachtungsvoll,
Marian Ridwell


Dann legte ich meine Feder nieder, faltete das Papier und drückte zur Krönung noch ein Wachssiegel darauf. Dass ich damit höchstwahrscheinlich mein Todesurteil unterschrieben habe, interessierte mich in diesem Moment nicht. Er hatte etwas endgültiges, ich hatte meine Entscheidung getroffen, und ich würde meinen Weg gehen.
Nachdem ich schon einige Schulden hatte, würde man mich anklagen, der Grundherr mich zur Hinrichtung ausrufen lassen, ohne Skrupel, ohne schlechtes Gewissen. Oder aber ich wäre vogelfrei, das würde sich dann noch zeigen.
Schwungvoll nahm ich meinen Mantel vom Haken, zog ihn rasch an. Einen Wanderstock hatte ich auch noch aus früheren Tagen, eigentlich diente er mir nur als Erinnerungsstück. Ich hätte nie gedacht, dass ich ihn noch einmal brauchen würde.
So also verließ ich mein Heim, ging die Straße hinab, grüßte noch einmal freundlich jeden, bevor ich die Ortschaft verließ. Nur eine Straße führte durch die gesamte Ortschaft, eine Handelsroute, und nun befand auch ich mich auf ihr.
Ich sah mich nicht noch einmal um, genoss die Freiheit, ging in das Ungewisse. Man würde nichts von mir finden außer dem Brief und dem Stück Papier, das ich vorher beschrieben hatte. Es war mir gleichgültig, niemand sollte mich in Erinnerung behalten, das war mein Neuanfang.
Raschen Schrittes trat ich in den Nebel, schon bald war ich verschwunden, ein Schemen im Dunst. Nur ein Vogel wagte sich zu mir und begrüßte mich fröhlich in meinem neuen Leben.
Es war ein Rotkehlchen.

Samstag, 17. April 2010

Symphonie eines Wunders

Blätterrauschen übertönt alle anderen Geräusche, das Dach über mir wogt zu einer Melodie, die ich nicht hören kann. Doch alle Blätter wippen mit, jedes für sich tanzt im Taktwind der Natur, setzt eigene Akzente und lässt gleich darauf anderen den Vortritt. Es ist ein perfekt einstudiertes Schauspiel, nur für diesen Moment. Und vielleicht wird es wieder eines geben, für den nächsten Augenblick, der einem einfachen Menschen vergönnt ist.
Ein einzelnes Blatt fällt, hält dem Druck nicht stand oder gibt auf – oder beginnt seine eigene Darstellung, ganz allein in einem fremden Element, in fremder Umgebung, fremder Gesellschaft.
Grasspitzen fangen es auf, doch der Wind trägt es weiter fort, wirbelt es herum in einem wilden Tanz, den wohl nie etwas nachahmen könnte.
Dann verebbt der Wind.
Ich sehe ein einsames Blatt landen, irgendwo in der Ferne, in der Hoffnung, sein Ziel erreicht zu haben.
Stille senkt sich über die kleine Lichtung. Kein Vogel singt, Bäume steigen nicht ein zu einem Kanon, die Welt scheint still zu stehen.
Und doch bewege ich mich, zielstrebig auf dich zu. So, wie du dort liegst, kann ich dich nicht sehen. Doch ich weiß genau, dass du mich siehst, hörst, fühlst.
Ich falle vor deinen Füßen auf die Knie, öffne meine Hand und zeige ein kleines Stück Papier. Es ist vergilbt, alt und beschrieben. Liebe steht darauf, geschrieben in feiner Schrift, mit schwarzer Tinte und wenig verziert. Es ist schlicht, und doch ist es alles für mich. Denn es ist alles, was ich noch habe in mir.
Eine Hand versucht vergebens, die Erde zu verwischen, die dein Gesicht bedeckt, dein Antlitz verschleiert, bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Sie versucht, die Erinnerungen zu erhalten, doch anstatt mir und meiner Seele Klarheit zu verschaffen, verwischt sie nur noch mehr.
Eine flache Mulde ist entstanden.
Wieder frischt der Wind auf, erfindet einen neuen Takt, beginnt das Lied mit einem Tenor, der auf viele Sopranstimmen wartet.
Es gibt nur eine einzige, die ihm antwortet. Ich schluchze.
Die Mulde mustere ich, als wäre sie ein Unwesen, ein Alptraum, eine unendlich tiefe schwarze Schlucht. Die Hand, in der ich noch immer das Stück Papier umklammert halte, nähert sich ihr. Bewusst.
Ein verirrter, zielgerichteter Sonnenstrahl findet seinen Weg durch die Blätterdecke über mir, ich erkenne die Umrisse, sie heben sich deutlich von der Umgebung ab. Sie umrahmen mich, dich und dein Heim.
Schnell trocknen Tränen auf meinen Wangen, hören auf zu bestimmen, unterstützen mich nun.
Die Hand öffnet sich, bettet ein kleines Stück Papier in die Mulde und bedeckt es mit der noch feuchten Erde. So, wie sie dich einst in dein Heim legte.
Wieder schluchze ich, doch diesmal warte ich auf den Wind und das Blätterwaldrauschen. Vergebens.
Noch einmal sammle ich Kraft, hole tief Luft – und spucke auf die Stelle, an der vor einigen Augenblicken noch eine Mulde zu sehen war.
„Vielleicht wächst ja was“, flüstere ich in die Stille, meine Stimme bricht, und ich drehe all dem den Rücken. Und mit Rückenwind verlasse ich den Hain, unter tosendem Applaus von Blattwerk.


Zwanzig Jahre später kehre ich wieder. Zwanzig Jahre später besuche ich dich erneut, und ich weiß, dass du die vollen zwanzig Jahre auf mich gewartet hast. Hier, unter deinen Wurzelgiganten.
Und in diesen zwanzig langen Jahren hast du etwas erschaffen, was mich nun weinend und lachend zugleich zusammenbrechen lässt. Meine Hände bedecken mein Gesicht, fangen die Tränen auf, die dennoch ihren Weg durch meine Finger finden und zu Boden fallen.
Erneut richte ich den Blick auf das, was ich sehe, auf dich und dein Heim. Tränenperlen rinnen nun ungehindert meine Wangen hinab, treffen auf die grasbewachsene Erde und werden fast gierig von den Pflanzen aufgenommen - ich gehe Schritt für Schritt zu di, unbeirrbar.
Wortlos umarme ich das, was sich nun vor mir befindet – eine weit ausladende Buche mit glattem, fast weichem Stamm und sommergrünen Blättern. Erleuchtet von einem einzigen Sonnenstrahl, hebt sie sich von ihrer Umgebung ab, zieht meine Blicke auf sich, lässt eine alte Sehnsucht erwachen, der ich nur nachgeben kann.
Deine blattrauschende Stimme erhebt sich, heißt mich endlich wieder willkommen und lässt mich dich noch einmal bestaunen, du Wunder.
Und da, auf dem Stamm, erkenne ich nun trotz aller Tränen, was ich nie für möglich gehalten habe, damals, vor zwanzig Jahren.
Dieser Baumstamm ist besonders. Liebe steht darauf.

Donnerstag, 1. April 2010

Ich am Rednerpult - Folge 2

Hallo werte Leserinnen und Leser,
die ihr wahrscheinlich in minderer Zahl dieses Gebrabbel verfolgen werdet, doch es sei euch gesagt:
Dies ist kein Scherz!

So, und um jetzt der Frage vorzugreifen, die ihr euch sicherlich stellen werdet, kommt hier auch die Antwort:
Ich höre auf zu dichten, zu denken und meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, generell ziehe ich mich von allem zurück, was entfernt mit Lyrik, Epik oder Dramatik zu tun hat.




.... (Bitte versteht, die dramatische Pause kann man anders einfach nicht einbringen)




So.
April, April.
Ich denke, das schaff ich gar nicht, das durchzuhalten. Also lass ich das gleich bleiben.

Damit hätte ich das auch erledigt, und kann mich nun wichtigeren Dingen widmen, die ich heute eigentlich geplant hatte. Nämlich dem wirren Kaudawelsch aus Schlagzeilen, die um alle Welt kursieren.
Tja. Klingt verwirrend, ist es auch, aber es wird vor allem eines: Sarkastisch.

Dabei fange ich diesen kreativen Ausbruch mit einer einfachen Aussage an: Die Welt ist schön. Gesagt hat das irgendein Forscher, Wissenschaftler, Politiker, Visionär, Aktionär, Unternehmer oder Hartz IV-Empfänger, dessen Namen ich auch gleich wieder vergessen musste, weil er zu lang, zu kurz, zu auffällig und zu unauffällig zugleich war.
Ja, jedenfalls bauen wir doch einmal auf dieser Aussage auf.
Die Welt ist schön.
Die Welt ist sogar so schön, dass kleine Kinder in Klöstern und Schulen missbraucht werden, nur damit dann festgestellt werden kann, dass man das dreißig Jahre später kaum noch nachweisen kann. Das kann an Gedächtnisverlust der Täter liegen, oder auch an deren Ableben.
Aber Kirchen und Klöster sind ja schon wieder nicht mehr "in", heutzutage gibt es organisierte Sexpartys, zu denen siebenjährige Mädchen eingeladen werden, sogar als Ehrengast, wenn man das denn so ausdrücken kann. Da freut sich doch wirklich jedes Kind drüber, oder nicht?

Ja, die Welt ist schon schön, aber doch nicht nur für Kinder.
Ich meine, schaut euch doch nur einmal die Eltern an. Alle mit Kindern sind ja heutzutage gestraft, denn Geld bekommt man vom Staat nur, wenn man entweder berühmt ist, oder wenn man weiß, wie man sich Geld hinterziehen kann. Die erste Variante ist unwahrscheinlich, die zweite verboten. Das sind schon einmal rosige Aussichten.
Denn was macht die Politik, die ja versprochen hat, den Staat zu entlasten? Nichts. Und wisst ihr auch, was der Grund dafür ist: Es ist zu teuer.
Hurra! Das fällt denen echt früh auf, dass man mit Schulden nichts mehr bezahlen kann. Da hat das Studium doch echt was gebracht, oder? Natürlich wusste man das nicht schon vorher, Finanzkrisen kommen und gehen doch einfach, ohne irgendwelche Vorwarnungen. Welche Bank sagt denn nicht einfach irgendwann wörtlich: "Ich bin pleite", schmeißt ein Handtuch und kündigt alle Beschäftigte?

Aber!

Das größte Aber der Woche steht in Hamburg. Denn da ist ein Supermarkt eröffnet worden, der Hartz-IV-Empfänger trainiert. Da werden allerdings keine Arbeitslosen angestellt, sie werden eben nur trainiert. Trainiert heißt hier soviel wie "Wir nehmen ein paar leere Gegenstände, etikettieren diese und geben sie dann Hartz-IV-Empfängern, die an der Kasse stehen, um zu lernen".
Eigentlich eine super Idee, die wohl die Ausbildung zum Kassierer oder zur Kassiererin ersparen soll. Schade nur, dass sich Betriebe nicht darum scheren.
Egal. Hauptsache man versucht was, und das mein ich diesmal sogar ernst. Immerhin bemüht man sich ja doch irgendwo.

Nun ja, um von unserem geistigen Höhepunkt der Tiefe jetzt erst einmal wieder runterzukommen, will ich noch einmal an den Leitfaden dieses Textes erinnern. Die Welt ist schön. Lasst sie uns umarmen - zumindest Griechenland.
Denn - mal ganz ehrlich - die sind ja mal wirklich arm dran. Was haben die Griechen eigentlich verbrochen, dass ihr Staat jetzt eigentlich so pleite ist, dass er sich nicht einmal mehr Staat nennen darf, sondern nur noch "Schuldenschein".
Um es kurz zu fassen: nichts. Nur eben die Wirtschafter im Unternehmen "Griechenland AG" schienen so unfähig, dass die Politik jetzt ein Finanz- und Wirtschaftspaket ausarbeiten musste, um den totalen Zerfall des Landes zu unterbinden. Super, wenn das so gut klappt, wie bei uns, dann geb’ ich Griechenland noch volle zwei Wochen. Danach wird es an die Meistbietenden aufgeteilt.
Eine Forderung der Politik war, dass man auf Quittungen bestehen soll. Ein Grieche erwiderte im Interview nur trocken: "Toll, aber wenn der Arzt jetzt sagt, dass es mit Quittung 300€ und ohne nur 200€ kostet, was glauben Sie wohl, was man da nimmt?" Und tatsächlich, er könnte recht haben.

Griechische Probleme sind derzeit noch nicht meine Probleme, und die Politik setzt sich ja schon zusammen, in so lustigen Kongressen, bei denen dann bei einem schönen Glas Wasser - ohne Kohlensäure, das wäre umweltschädlich! - über die derzeitige Situation von was auch immer debattiert wird.
(Alle gläubigen Mitbürger dürfen hier ein symbolisches "Amen" einfügen, was ich jedoch nicht machen werde, aufgrund meiner eher nichtreligiösen Einstellung.)

Tja, so schön ist die Welt, so unglaublich schön, dass Wale sterben, zusammen mit Eisbären, die Polkappen schmelzen, die Erde erwärmt sich soweit, dass hier Ende März noch Schnee liegt, aber letzten Endes werden wir ja die Welt retten.
Oder eben auch nicht, aber davon bekommen wir dann auch nichgts mehr mit. Also kann es uns ja egal sein.

In diesem Sinne,
meinen Dank fürs Lesen!

Euer Levin

Dienstag, 9. März 2010

Ich am Rednerpult!

Hallo Leser!

Direkt zum Anfang dieser Rede muss ich harte Fakten aus meinem Leben verkünden:

Ich bin Schüler!

Tja. Soviel dazu. Was das alles soll?
Schüler haben es heutzutage unglaublich schwer, es ist gefährlicher als das Dasein eines Wurms im Vogelnest!
Den Grund kann man in jeder halbwegs guten Zeitung lesen: Missbrauchsfälle an allen möglichen Schulen. Erst die Odenwaldschule, dann andere katholische Einrichtungen und Schulen. Sogar Klöster sind betroffen!
Und wisst ihr, was das Beste ist? Es soll so gut strukturiert gewesen sein, dass man sogar Dienste eingeteilt hat. Etwa den "Befriedigungsdienst". Genial, nicht? Natürlich wusste davon dann keiner, man hatte Angst. Verständlich irgendwo.
Interessant fand ich auch die Aussage eines Opfers. Er sagte, dass er nur Freundschaft und Geborgenheit bei dem Lehrer finden wollte - was dieser ihm ja auch großzügig anbot. Und dann hat er das ausgenutzt.
Autoritätspersonen, Pädagogen - und inzwischen sogar Psychologen! - missbrauchen Kinder. Bleibt die Frage warum.
Dazu schauen wir uns doch einmal einen ganz speziellen Fall an. Und zwar den vom Kloster Ettal.
Warum das? Nun ja, ein Kloster galt für mich bisher immer als Ort der Ruhe und Einkehrung. Einkehrung stimmte ja sogar...
Kinderpornographie. Schläge. Sadismus. Vergewaltigungen. "Schankdienst" wahrscheinlich auch noch. Was kommt denn noch? Ergötzt man sich irgendwann an Kleinkindern? Neugeborenen? Himmel, wohin führt diese Gesellschaft denn?
Ins nirgendwo. Wenn wir so weitermachen, rotten wir uns irgendwann gegenseitig aus, die paar hundert Menschen, die überleben, erschaffen dann eine neue Welt. Willkommen im Mittelalter.
Aber ich schweife ab. Warum macht man so etwas? Verzweiflung, geistige Störungen, Verwirrung? Man weiß es wohl nicht, und ich bin nur Schüler, also muss ich es auch nicht wissen. Fakt ist, dass nicht der Grund zählt, sondern die Tat an sich. Das zeigt uns das Kloster, denn immerhin heißt es, dass Mönche vernünftig seien, und vor allem besonnen. Oder nicht?

Was denkt man jetzt, wenn man Schlagzeilen liest wie "Bis zu 100 Opfer an Odenwaldschule" oder "Rechte von Missbrauchsopfern sollen gestärkt werden?
Ganz einfach: Wie tief sind wir gesunken? Man machte schon vor einigen Jahren publik, dass es Missbrauchsfälle gibt, aber die werden abgesegnet. Warum auch immer. Die deutsche Bürokratie eben, da geht eine Menge unter, ich hab auch ewig auf die Prüfungszulassung für den Führerschein gewartet. Volle drei Monate. Und das ist ein wesentlich unwichtigeres Thema!
Also komme ich zum erschütternden Fazit:
Schüler der deutschen Schulen haben Angst, an Klostern sieht das nicht anders aus. Missbrauch hier, Missbrauch da, irgendwann wird’s wunderbar - oder wie soll das weitergehen? Natürlich übertreibe ich jetzt, soweit wird es natürlich nicht kommen, mit so wunderbaren Theoretikern, die wir in unserem Land haben. Denn die haben die Lösung! Ich zitiere: "Wir müssen die Kinder schützen."
Toll, nicht? Und da sind die ganz allein drauf gekommen! Ja, man muss sie lieb haben, unsere Führungskräfte.

Was lernen wir also? Schulen sind gefährlich. Schickt eure Kinder am besten einfach nicht mehr dahin. Die freuen sich auch. Bestimmt.
Und in ein paar Jahrzehnten setzt dann die Volksverdummung ein, der Absolutismus kehrt zurück, dich gefolgt von der Französischen Revolution 1.2. Diesmal in Deutschland.

Tja, man muss was tun hier. Soviel steht schonmal fest.
In diesem Sinne,
euer Levin

Donnerstag, 4. März 2010

Partnerarbeit

Ich öffne meine Literatür,
finde viele Seiten.

Neben mir: Sie.
Mein Herz feiert –
Es gibt ’nen Zierkuss-Besuch,
zur Verdrängung des Kreatiefs.

Dienstag, 16. Februar 2010

Just hold the line

Meine Hände winken
tote Fensterscheiben an
- in der Hoffnung
Leben im Glasgefängnis
. . . zu finden.

Schmeiß doch mit Steinen,
Scherben bringen Glück.

"You got caught
without a trace.
And I believe
to see your face

- behind those walls,
glass-stoned walls."

Mach die Augen auf,
und sieh dir die Welt an,
durch das große Fenster.

Halt durch,
"just hold the line,"
ich hol dich raus,
Knastbruder.

Montag, 1. Februar 2010

The Meanest of Times

Knarrend, bedrohlich ragt
die Holztreppe vor mir auf.

"Knarz, knarz."

Step by step,
but don’t look back,
hinein in den Dunkelgrund.

"Knarz, knarz."

Kurz vorm Ende
hielt ich inne.
Diese Stufe knarrte nicht,
sie…

"Krach!"